Kunst im Stern | Bärbel Frank

BÄRBEL FRANK

Die Künstlerin Bärbel FRANK möchte dem Betrachter Freiraum gewähren, keinen Zwang auferlegen, und so lautet der Appell jeder Ausstellung: Das Berühren der Kunst ist erwünscht! Kein Verbot soll das Auseinandersetzen mit dem Werk stören. Oft ist die haptische Erfahrung in uns viel tiefer verankert als die visuelle.
Seit vielen Jahren zeigt die Künstlerin unter unterschiedlichen Bedingungen ihre Collagen. Mal in absoluter Dunkelheit, im diffusen Licht einer Rotlichtbirne oder in gut ausgeleuchteten Räumen. Die Raumatmosphäre ist ihr wichtig, egal ob Zechenhalle, Kirche oder Galerie. Erst das taktile Ertasten mit geschlossenen Augen erweitert die persönliche Wahrnehmung erheblich. Fühlbare Reize des Materials erwecken Erinnerungen oder Vorstellungen. Frank spricht so ganz nebenher bei ihren Werken über ein sensibles Handicap und hat dazu Spuren auf ihren Arbeiten hinterlegt. Das zentrale Motiv ist der schleichende Prozess des Sehverlustes und darum findet man Bildtitel und das Künstlerkürzel "TAKO" in Brailletext (Blindenschrift) auf den Arbeiten.
Die Künstlerin Frank: "Kunst vermittelt Nähe und das in jeder Form - geistig, haptisch, visuell." Aus dieser Tatsache heraus entstehen Gemeinschaftswerke mit weiteren Künstlern. Mal sind es die Fotografen, mal der Steinmetz oder auch Musiker mit Klanginstallationen. Der kreative Austausch inspiriert zu neuen Ideen und gemeinsamen Projekten. Berührungsängste zu verschiedenen Stilrichtungen kennt Frank nicht. Die konstruktive Kunst findet sich farbenfroh wieder sowie die Pop Up Art mit Mutters Biberkragen. Kinetische, drehbare Werke reizen, und wirre Nagelobjekte lassen die technische Ader der Künstlerin erkennen. Die Bauzeichnerin verwendet gerne Baumaterialien, weil diese so etwas "Bodenständiges" besitzen.

Die Gelsenkirchenerin war immer ihrer Heimatstadt verbunden. Sie lebt und arbeitet gerne im Ruhrgebiet, der ehemaligen Zechenmetropole von Nordrhein-Westfalen. Vergangene Industrie- und Bergbaulandschaften haben nicht nur die Landschaft geprägt, sondern im aktuellen Strukturwandel das Aussehen stark verändert. Aus schwarzen Halden sind grüne Naherholungsflächen geworden. "Der Pott kocht" kreativ und leidenschaftlich, multikulturell – ganz nach Franks Geschmack.
http://www.taktilekunstobjekte.de/